{"id":5,"date":"2013-06-04T15:41:19","date_gmt":"2013-06-04T13:41:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.czakai.de\/wordpress\/?page_id=5"},"modified":"2013-07-13T12:56:12","modified_gmt":"2013-07-13T10:56:12","slug":"zur-herkunft-der-familie-czakai","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.czakai.de\/wordpress\/zur-herkunft-der-familie-czakai\/","title":{"rendered":"Zur Herkunft der Familie Czakai"},"content":{"rendered":"<p>Der \u00e4lteste mir bekannte Czakai war Johann Czakay, der um das Jahr 1700 Bauer in Kzienzowiesch war, einem Dorf im ehemaligen Kreis Gro\u00df Strehlitz in Oberschlesien, das im 20. Jahrhundert in die Nachbarstadt\u00a0Leschnitz\u00a0eingemeindet wurde. Einige Nachkommen Johanns blieben in dem Dorf und leben noch heute dort, andere zogen nach Leschnitz oder weitere Nachbarorte und wieder andere trieb es mit der Industrialisierung ins oberschlesische Industrierevier (Gleiwitz, Beuthen, Zabrze usw.). Mit dem Jahr 1945 kam es dann, dass ein Teil der Familie ihre Heimat verlie\u00df und ins heutige Bundesgebiet floh. Der andere Teil blieb in Oberschlesien und entschied sich f\u00fcr Polen. Die polnische Schreibweise des Namens ist Czakaj. Heute gibt es ca. 60 Czakajs und Czakais in Polen und ungef\u00e4hr genauso viele in Deutschland.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Zur Herkunft meines Familiennamens<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Familie Czakai stammt aus Oberschlesien, also dem heutigen s\u00fcd\u00f6stlichen Polen (Woiwodschaft Oppeln\/Opole). Alle mir bekannten Czakais lassen sich auf diesen Ursprung zur\u00fcckf\u00fchren. Doch woher stammt der Name nun urspr\u00fcnglich?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Schreibweise ist slawisch, genauer gesagt: polnisch. Es f\u00e4llt die \u00c4hnlichkeit zum h\u00e4ufigen polnischen Familiennamen <strong>Czekaj<\/strong> auf. Dieser Name l\u00e4sst sich als Imperativ des Verbs <strong>czeka\u0107<\/strong> (warten) \u00fcbersetzen. Wenn man im Urlaub also jemanden hinter seinem Hund \u201eCzekaj!\u201c (\u201eWarte!\u201c) hinterherrufen h\u00f6rt, dann muss das kein Bekannter sein; er fordert lediglich sein Haustier auf, seinen Bewegungsdrang zu d\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Obwohl der Name Czekaj besonders in S\u00fcpolen (vor allem in Kleinpolen) auftritt und in Oberschlesien (mit Ausnahme des Industriereviers) eher selten ist, ist es doch sehr wahrscheinlich, dass beide Namen einen gleichen genealogischen Ursprung haben. Nur etymologisch sind sie miteinander verwandt, da \u201eCzakai\u201c mit <em>a<\/em> im m\u00e4hrisch-oberschlesischen Mischdialekt dasselbe bedeutet, wie \u201eCzekaj\u201c mit <em>e<\/em>\u00a0(czaka\u0107 statt\u00a0czeka\u0107). Immerhin handelt es sich bei Oberschlesien um eine Grenzregion zwischen deutschem, polnischem und tschechischem Sprachraum mit einem eigenen Dialekt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zudem treten meine fr\u00fchesten bekannten Czakai-Ahnen in den Quellen (um 1700) in unterschiedlichen Schreibweisen auf: Czakay, Czakaj, Czakej und sogar Czekay lassen sich finden. Das zeigt, dass es sinnlos ist, den Namen anhand einer Schreibweise zu untersuchen. Vor der Einf\u00fchrung der Standes\u00e4mter (in Preu\u00dfen 1874) gab es keine einheitliche Form des Namens. Wohl keiner meiner Czakai-Ahnen im 18. Jahrhundert konnte seinen Namen schreiben, und wenn doch, dann w\u00e4re das die Ausnahme. Ein fr\u00fcher Verwandter \u2013 Pfarrer Laurentius Liborius Czakay \u2013 unterschrieb um 1730 selbst mit \u201c<strong>Czekay<\/strong>\u201d.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Schl\u00fcssel zu allem muss daher die Phonetik sein, da sich diese nicht \u00e4ndert, es sei denn der Name w\u00fcrde in einem l\u00e4ngeren Prozess durch andere Dialekte seinen urspr\u00fcnglichen Klang verlieren. Es ist also unerheblich, wie der Name geschrieben wird, solange man ihn phonetisch \u201ctschakai\u201d wiedergeben kann. Die Betonung liegt auf der ersten Silbe. W\u00e4re ein Czakai, der seinen Namen nur aussprechen aber nicht schreiben kann, vor 200 Jahren z.B. nach Sachsen gezogen, w\u00fcrde er dort eventuell Tzschakei, in Frankreich Tchaka\u00ef usw. geschrieben werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und tats\u00e4chlich ist mein erster Hinweis auf den Familiennamen in einer deutsch geschriebenen Quelle in Oberschlesien von 1604 in der Schreibweise \u201e<strong>Tschakey<\/strong>\u201c \u00fcberliefert \u2013 also weit entfernt von der heutigen Schreibweise. Der Ort dieser Erw\u00e4hnung (Slawentzitz) und die Wohnorte meiner fr\u00fchesten Czakais (Kzienzowiesch und Scharnosin) sind nur ca. 10 km voneinander entfernt. Doch leider ist die Quellenlage im Oberschlesien des 17.\/18. Jahrhunderts \u00fcberaus schlecht und daher ist es unwahrscheinlich, dass sich eine direkte, nachvollziehbare Verbindung zwischen diesem fr\u00fchesten Fund und meiner Familie finden l\u00e4sst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Name Czakaj taucht auch als Ortsname in Oberschlesien auf. So wurde bereits im Slawentzitzer Urbar von 1595 ein w\u00fcster Teich erw\u00e4hnt, der nach seinem Besitzer Tschackey hie\u00df. Heute hei\u00dft ein Waldst\u00fcck in der N\u00e4he von Kaltwasser (Zimna W\u00f3dka) Czakaj, das ebenfalls vom Namen seines Besitzers abgeleitet ist. Und die heute zu Kattowitz (Katowice) geh\u00f6renden Vororte Stary und Nowy Czekaj hie\u00dfen um 1900 noch Alt und Neu Czakaj und sind nach dem M\u00fcller Mateusz Czekaj\/Maciej Czakoj benannt, der dort zu Beginn des 18. Jahrhunderts lebte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Trotzdem h\u00e4lt sich innerhalb der Familie das hartn\u00e4ckige Ger\u00fccht, der Name sei ungarischen Ursprungs. Legenden von einem angeblichen Soldaten w\u00e4hrend des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges machten die Runde. In diesem \u00fcberaus unwahrscheinlichen Falle k\u00f6nnte man Parallelen zu den ungarischen Namen Cs\u00e1kai oder Cs\u00e1kay ziehen, die es noch heute in Ungarn gibt und die phonetisch fast genauso wie unser Name hier ausgesprochen werden. Bei diesen Namen handelt es sich um Herkunftsnamen. Das \u2013i oder \u2013y am Wortende dr\u00fcckt aus, dass das vorangegangene Wort ein Ort ist, aus dem der Namenstr\u00e4ger stammt. In unserem Fall k\u00f6nnte man also \u00fcbersetzen: \u201eDer Mann aus Cs\u00e1ka\u201c. Bei diesem Cs\u00e1ka handelt es sich wahrscheinlich um den Ort \u010caka in der heutigen Slowakei, der aber fr\u00fcher zu Ungarn geh\u00f6rte und auch von einer ungarischen Minderheit bewohnt wurde.\u00a0Dennoch bin ich sicher, dieses Ger\u00fccht sp\u00e4testens durch den Namensfund von 1604 (also vor dem Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg) widerlegt zu haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der \u00e4lteste mir bekannte Czakai war Johann Czakay, der um das Jahr 1700 Bauer in Kzienzowiesch war, einem Dorf im ehemaligen Kreis Gro\u00df Strehlitz in Oberschlesien, das im 20. Jahrhundert in die Nachbarstadt\u00a0Leschnitz\u00a0eingemeindet wurde. 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